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Welche Zahlen sind “normal”?
- Hinweise
Seit dem Straßenbaubericht 2005 wird im Bezug auf die Verkehrszahlen nicht mehr zwischen den neuen und alten Bundesländern unterschieden. Daher ist ein Vergleich der Verkehrsstärken ab 2005 zwischen Ost und West nicht mehr möglich. Aus diesem Grund werden zum Teil noch die Zahlen von 2004 genannt. Seit 2008 heißt der Straßenbaubericht Verkehrsinvestitionsbericht.
- Gesamtes Bundesgebiet
Bezogen auf das gesamte Bundesgebiet fuhren laut Verkehrsinvestitionsbericht 2010 im Jahr 2009 im täglichen Durchschnitt 9.210 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden auf deutschen Bundesstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften. Der Schwerlastverkehrsanteil betrug dabei durchschnittlich 8,0% und lag demnach bei etwa 737 Kraftfahrzeuge ab 3,5 Tonnen pro 24 Stunden. Auf Autobahnen betrug die durchschnittliche tägliche Verkehrsmenge 48.800 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden. Der Schwerverkehrsanteil auf Autobahnen lag bei durchschnittlich 13,9% was 6.783 schwere Kraftfahrzeuge ab 3,5 Tonnen in 24 Stunden entspricht.
Bezogen auf das gesamte Bundesgebiet fuhren laut Verkehrsinvestitionsbericht 2009 im Jahr 2008 im täglichen Durchschnitt 9.140 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden auf deutschen Bundesstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften. Der Schwerlastverkehrsanteil betrug dabei durchschnittlich 8,4% und lag demnach bei etwa 768 Kraftfahrzeuge ab 3,5 Tonnen pro 24 Stunden. Auf Autobahnen betrug die durchschnittliche tägliche Verkehrsmenge 48.800 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden. Der Schwerverkehrsanteil auf Autobahnen lag bei durchschnittlich 15,4% was 7.515 schwere Kraftfahrzeuge ab 3,5 Tonnen in 24 Stunden entspricht.
- Alte Bundesländer
Laut Straßenbaubericht 2004 betrug das durchschnittliche Verkehrsaufkommen in den alten Bundesländern auf den Bundesstraßen in 24 Stunden 10.100 Kraftfahrzeuge. Der Anteil des Schwerlastverkehrs betrug 8,1% (818 LKW ab 3,5 Tonnen).
- Neue Bundesländer
In den neuen Bundesländern sah es mit Stand 2004 mit 6.840 Fahrzeuge auf Bundesstraßen in 24 Stunden mit einem Schwerlastverkehrsanteil von 9,2% (629 LKW ab 3,5 Tonnen) wesentlich anders aus.
- Baden-Württemberg
Nach Erhebungen der Landesstelle für Straßentechnik von 2005 fuhen im täglichen Durchschnitt 13.417 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden auf baden-württembergischen Bundesstraßen. Der Bundesdurchschnitt lag ebenfalls mit Stand 2005 bei 9.207 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden. Der Wert für Baden-Württemberg ist um mehr als 45% höher.
- Autobahnen
Nach Erhebungen in 2005 lag das “normale” Verkehrsaufkommen von deutschen Autobahnen zwischen 20.000 und 74.900 Fahrzeugen in 24 Stunden. Mehr dazu in Abschlussbericht 19 lesen (PDF). Alle Berichte findest du hier.
- Bundesstraßen
Nach Erhebungen von 2005 lag das “normale” Verkehrsaufkommen von deutschen Bundesstraßen zwischen 1 und 14.900 Fahrzeugen in 24 Stunden. Mehr dazu in Abschlussbericht 19 lesen (PDF). Alle Berichte findest du hier.
- Ortsdurchfahrten
Nach Erhebungen von 2005 betrug das durchschnittliche Verkehrsaufkommen in Ortsdurchfahrten in Baden-Württemberg 7.034 Fahrzeuge in 24 Stunden, bei einem Schwerverkehrsanteil von 4,8%, was 337 schwere Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen entspricht. Die aktuellen Zahlen sowie die Zahlen bis zurück nach 1985 können hier abgerufen werden.
Erhebung von Verkehrszahlen
- Verkehrsmonitoring (neues Verfahren für 2-streifige Straßen)
Um belastbare Zahlen über das Verkehrsaufkommen auf deutschen Straßen zu ermitteln werden alle fünf Jahre an rund 45.000 bundesweiten Zählstellen umfangreiche Verkehrszählungen durchgeführt. Dies ist mit einem erheblichen Aufwand und entsprechenden Kosten verbunden. In der Regel erfordern die herkömmlichen Zählungen inklusive Vorarbeiten rund 3 Jahre, bis die Endergebnisse feststehen. So wurden die Endergebnisse der Straßenverkehrszählung 2005 erst Ende 2007 veröffentlicht.
Um dieses Verfahren erheblich zu beschleunigen und möglichst unmittelbar nach den Zählungen belastbare Verkehrszahlen zu erhalten führte das Land Baden-Württemberg in 2010 das neue Verkehrsmonitoring ein. Im Gegensatz zu den alten Straßenverkehrszählungen kommen dabei auf herkömmlichen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen neuen Seitenradargeräte zum Einsatz, welche in Leitpfosten integriert sind. Die erhobenen Verkehrsmengen werden mithilfe modernster Technik weitestgehend automatisch erfasst, übermittelt, verarbeitet und ausgewertet. Durch diese Effektivität kann das Verkehrsaufkommen flächendeckend auf allen Zählabschnitten von einbahnigen zweistreifigen Straßen automatisch erfasst werden, während in der Vergangenheit nur repräsentative Zählabschnitte ausgewählt und die Zahlen auf die anderen hochgerechnet wurden.
Die Verkehrsmonitoring-Zählungen finden in zwei Intervallen von jeweils zwei Wochen Dauer um ein halbes Jahr zeitversetzt pro Zählstelle statt. Während der Zählung wird auf freier Strecke ein herkömmlicher Leitpfosten durch einen Leitpfosten mit Seitenradargerät ersetzt, der sich äußerlich nur durch einen kleinen Aufdruck von herkömmlichen Leitpfosten unterscheidet. Beträgt das Verkehrsaufkommen mehr als 15.000 Kfz pro Tag oder herrscht ein sehr hohes Schwerverkehrsaufkommen erfolgt die Zählung mit zwei Geräten, wobei jedes nur den Verkehr einer Richtung zählt. Die durch dieses sogenannten 2+2 Verfahren ermittelten Werte sind um 1,6% genauer, als bei den herkömmlichen Straßenverkehrszählungen. Die Abweichungen vom tatsächlichen Verkehrsaufkommen betragen im Mittel 2,1% und nicht mehr als ±5%.
Das neue Verkehrsmonitoring ermöglicht gegenüber dem alten Verfahren die Erfassung von Verkehrszahlen auch bei Nacht und am Wochenende. An den Zähltagen wird die manuelle Zählung von nur wenigen Stunden Dauer durch eine 24 Stunden Dauerzählung ersetzt. Durch die Zählung über mehrere Wochen stehen dauerhaft qualitativ hochwertige Daten zur Verfügung. Die Kosten sind niedriger als bei den alten Zählungen.
Das Verkehrsmonitoring eignet sich derzeit nur für herkömmliche Bundes-, Landes- und Kreisstraßen mit einer Fahrbahn und jeweils einem Fahrstreifen je Richtung. Für mehrbahnige Straßen oder mehrere Fahrstreifen pro Richtung wird nach wie vor das alte Verfahren eingesetzt.
Mehr Informationen: Ausführliche Beschreibung des Verkehrsmonitorings (PDF; 2,23 MB) Präsentation: Pilotbetrieb in Baden-Württemberg (PDF; 14,36 MB)
- Große Straßenverkehrszählung (altes Verfahren für 2-streifige und aktuelles Verfahren für 2-bahnige Straßen)
Alle fünf Jahre finden in Deutschland auf fast allen Straßenabschnitten Zählungen des Verkehrsaufkommens statt. Diese Zählungen werden große Straßenverkehrszählungen genannt. Die letzte große Straßenverkehrszählung fand 2005 statt. Damit die gezählten Verkehrsaufkommen deutschlandweit vergleichbar sind gilt eine einheitliche Regelung (Methodik), die von allen Straßenbauämtern eingehalten werden muss.
2005 wurden so pro Straßenabschnitt an unterschiedlichen Tagen Zählungen von jeweils wenigen Stunden Dauer vorgenommen. Mit Hilfe eines aufwendigen mathematischen Verfahrens wurden die Zählergebnisse jeweils für die Strecken geltenden Jahresganglinientypen und Wochenganglinientyp hochgerechnet und schließlich mit den Ganglinien der nächstgelegenen automatischen Dauerzählstelle abgestimmt. Nur dadurch ist es möglich von wenigen Stunden Zählung auf ein ganzes Jahr zu schließen. Damit es bei diesem Verfahren zu keinen extremen Einzelergebnissen kommt, wurden von der Auswertung Ereignisse, wie Umleitungsverkehr, ausgeschlossen und nur zu Zeiten mittlerer Verkehrsdichte gezählt. Die so erzielte Genauigkeit der Werte liegt bei nur wenigen Prozent Abweichung im Vergleich zu den Werten der automatischen Dauerzählstellen.
Da es sich bei den Ergebnissen von 2005 um durchschnittliche tägliche Verkehrsstärken handelt, kann das tatsächliche Verkehrsaufkommen in manchen Monaten darüber, in anderen dafür darunter liegen.
- Automatische Verkehrsdauerzählstellen
Seit 1975 werden Verkehrsmengen auf ausgewählten Abschnitten der Bundesautobahnen und außerörtlichen Bundesstraßen durch automatische Dauerzählstellen rund um die Uhr an 7 Tagen die Woche ununterbrochen mit Hilfe computerunterstützter Anlagen ermittelt. Die Daten werden von den Ländern im Auftrag des Bundes erhoben und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) quartalsweise übermittelt und in Baden-Württemberg von der Landesstelle für Straßentechnik veröffentlicht. Von der BASt werden seit 2005 zusätzlich die erhobenen Zahlen aller Zählstellen im jährlichen Turnus veröffentlicht.
Das Zählstellennetz auf Bundesfernstraßen umfasst mit Stand 2004 insgesamt rund 1.300 Dauerzählstellen. Davon befinden sich etwa 600 auf Bundesautobahnen und rund 700 auf Bundesstraßen. Erfasst werden an den Dauerzählstellen mit Hilfe von sogenannten Induktionsschleifen in der Fahrbahn alle Kraftfahrzeuge. Je nach eingesetztem Gerätetyp können bis zu 9 Fahrzeugarten (einschließlich einer Kategorie ”sonstige KFZ”) unterschieden werden.
Auf der Basis der Daten der Dauerzählstellen erfolgen jährlich zählstellenspezifische Auswertungen sowie die Berechnung der mittleren DTV (durchschnittlichen täglichen Verkehrsstärke) und Jahresfahrleistungswerte für Bundesautobahnen und außerörtliche Bundesstraßen. Grundlage für die Berechnung der allgemeinen Verkehrsentwicklung auf Bundesautobahnen und außerörtlichen Bundesstraßen bilden die Ergebnisse der manuellen Straßenverkehrszählung.
Bei Oberessendorf, im Landkreis Biberach, gibt es seit 2004 eine automatische Zählstelle an der Bundesstraße 30. Diese befindet sich in Fahrtrichtung Biberach kurz nach der Einmündung der B 465. Die Zählergebnisse können von der Internetseite der Landesstelle für Straßentechnik Baden-Württemberg abgerufen werden und werden regelmäßig in der Verkehrszahlen-Tabelle veröffentlicht.
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