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Geschichte der Bundesstraße 30 von 3800 vor Christus bis 1959



3800 vor Christus

Erste Handelsbeziehungen mit Südtirol und Niederösterreich führten über einen schmalen, unscheinbaren, holprigen Weg durch weites Moor- und Sumpfland, dem auch die B 30 in späteren Jahren folgen wird.


 

Römerzeit
Die Römer bauten eine Straße, die von Bregenz über Lindau, Tettnang, Ravensburg, Weingarten, Baienfurt, Bad Waldsee zum Donaukastell Rißtissen führte. Die Straße führte durch Moor- und Sumpfgebiete, insbesondere im Bereich der heutigen Ortschaften Enzisreute und Gaisbeuren und war zwischen 6m und 10m breit. Sie war die einzige befestigte Straße in weitläufiger Moor- und Sumpflandschaft. Nach dem Rückzug der Römer verfiel die Straße und wurde in späteren Jahren durch neue Trassen überbaut. Zeugnisse der Römerstraße sind noch heute vorhanden, wie zum Beispiel der Kirchturm der Sankt Leonhardskirche in Gaisbeuren, der einst ein römischer Wachturm war.


 

1300 - 1800
Ravensburg entwickelte sich zu einem gewaltigen Handelszentrum. Bereits im 14. Jahrhundert betrieb die Ravensburger Humpisfamilie Handel bis Italien. Im 15. Jahrhundert entwickelte sich die große Ravensburger Handelsgesellschaft zur größten deutschen Handelsgesellschaft. Durch regen Handel mit Italien, Spanien, Frankreich, Holland, Polen und Ungarn gewann die Straße erheblich an Bedeutung. In den folgenden Jahren entwickelt sich die Staatsstraße 49 zur bedeutendsten Hauptachse im heutige südöstlichen Baden-Württemberg. Die Straße war zugleich Staats- und Poststraße, auf der neben der Obrigkeit auch Eilwagen verkehrten. In den folgenden Jahren wurden auch aufgrund der hohen Verkehrsbelastung zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Straße unternommen.


 

1800 - 1900

    1822-1928
    Bau von Durchlässen und Dohlen zur Verbesserung der Staatsstraße 49 auf den Markungen Enzisreute, Gaisbeuren, Waldsee und Steinach.

    1826-1829
    Abbruch eines die Passage der Staatsstraße 49 von Ravensburg nach Biberach den Verkehr störenden Brunnenhäuschen beim Heiligkreuz auf der Markung Ravensburg.

    1833
    Bereits früh zog die Staatsstraße 49 aufgrund ihrer Bedeutung Unternehmen an, wenn dazu auch Gebäude zweckentfremdet wurden. So liegt aus dem Jahr 1833 ein Gesuch des Posthalters Prielmaier in Friedrichshafen vor. Mit der Bitte um Genehmigung zum Einbau einer Wohnung, Scheuer, Essigfabrik und Brennerei in die von ihm 1818 gekauften Heiligkreuzkapelle an der Staatsstraße 49 in Friedrichshafen.

    1834-1842
    Korrektion der beiden Steigen der Staatsstraße 49 über den Schnaitberg bei Oberessendorf und des Seestichs bei Bad Waldsee.

    1836-1941
    Korrektion der Staatsstraße 49 von Ravensburg nach Friedrichshafen auf den Markungen Eschach, Liebenau und Meckenbeuren bis zum Herrschaftswald.

    1838-1839
    Korrektion, Unterhaltung und Vermarkung der Galgensteige (Staatsstraße 49) in Ulm.

    1838-1841
    Korrektion der Staatsstraße 49 von Ravensburg nach Friedrichshafen.

    1842
    Korrektion der Etterstaatsstraße (Staatsstraße 49) in Hochdorf.

    1842-1850
    Der erste Neubau geht bereits auf 1842-1850 zurück, die erste amtlich dokumentierte Beschwerde ebenfalls: Korrektion der Staatsstraße 49 von Lochbrücke nach Friedrichshafen. Neubau von Lochbrücke bis Sibratshaus. Beschwerde des Alois Haslacher in Friedrichshafen, nun Eigentümer der Heiligkreuzkapelle, gegen deren Abbruch zur Korrektion der Ravensburger-Straße (Staatsstraße 49)

    1845-1847
    Korrektion der Hohlgasse (Staatsstraße 49) auf der Markung Gögglingen.

    1845-1849
    Verlegung der Staatsstraße 49 vor dem Gögglinger Tor in Ulm wegen des Festungsbaus.

    1846-1851
    Korrektion der Staatsstraße 49 durch das Gögglinger Ried auf der Gemarkung Ulm.

    1850
    Bau der Eisenbahn von Ulm nach Friedrichshafen (Südbahn) um 1850. Die Staatsstraße 49 verlor damit allmählich an Bedeutung. In den folgenden Jahren wurden die Investitionen dennoch fortgeführt.

    1851-1854
    Korrektion der Staatsstraße 49 in und bei Bad Waldsee.

    1867-1869
    Verlegung der Staatsstraße 49 in Bad Waldsee infolge der Bahnhofsverlegung.

    1874
    Dass Bahnübergänge gefährlich sind, wusste man in Oberschwaben schon 1874: Anbringung von Sicherheitsschranken am Bahnübergang der Staatsstraße 49 auf der Markung Rißegg.

    1884-1916
    Baumsatz an der Staatsstraße 49 auf den Markungen Gaisbeuren, Hochdorf, Oberessendorf, Schweinhausen und Waldsee.

    1885-1887
    Stichkorrektion an der Staatsstraße 49 Ulm-Friedrichshafen beim Etter Hochdorf.

    1886-1888
    Errichtung einer Dampfstraßenbahn Ravensburg-Weingarten auf der Staatsstraße 49 durch die Lokalbahn-Aktiengesellschaft München.

    1888-1922
    Einlegung von Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen in die Staatsstraße 49 auf den Markungen Ravensburg, Baienfurt, Baindt, Eschach und Weingarten.

    1891-1892
    Verbreiterung der Staatsstraße 49 beim Forstamtsgebäude in Weingarten.

    1893-1908
    Das hohe Verkehrsaufkommen führte bereits 1893 zur ersten größeren Ausbesserungen an der Staatsstraße 49 auf den Markungen Gaisbeuren, Oberessendorf, Mattenhaus, Schellenberg, Steinach und Waldsee.

    1893-1921
    Einlegung von Wasser und Abwasserleitungen in die Staatsstraße 49 auf den Markungen Gaisbeuren, Enzisreute, Oberessendorf, Teuses, Schweinhausen und Waldsee.

    1894
    Ettergrenzverlegungen (Verlegung der Ortsgrenzen) an der Staatsstraße 49 auf den Markungen Gaisbeuren und Hochdorf.

    1898-1914
    Vermessung und Vermarkung der Staatsstraße 49 auf den Markungen Achstetten, Donaustetten und Laupheim.


 

1900 - 1945

    1901-1911
    Verlegung der Staatsstraße 49 durch den Festungswall bei Ulm. Festsetzung der Etter- und Unterhaltungsgrenze an der Zieglerstraße (Staatsstraße 49) in Ulm.

    1901-1914
    Verbesserung der Galgensteige (Staatsstraße 49) auf der Markung Ulm.

    1901-1928
    Baumsatz an der Staatsstraße 49 Ulm-Friedrichshafen.

    1903
    Gesuch der Gemeinden Stetten und Achstetten um Beseitigung der beiden Doppelstiche an der Staatsstraße 49 auf den Markungen Stetten und Oberholzheim.

    1903-1934
    Das hohe Verkehrsaufkommen führte dazu, dass bereits 1903 größere Ausbesserungen an der Staatsstraße 49 auf den Markungen Ravensburg, Baienfurt, Weingarten, Weingartshof und Eschach notwendig wurden.

    1904-1913
    Verbesserung der Staatsstraße 49 Ulm-Friedrichshafen auf den Markungen Waldsee, Heurenbach, Reute und Gaisbeuren.

    1905-1921
    Vermessung und Vermarkung der Staatsstraße 49 auf der Markung Ulm.

    1906-1911
    Mit dem 2-gleisigen Ausbau der Bahnlinie Ulm-Friedrichshafen ging die Bedeutung der Staatstraße 49 erheblich zurück. In den folgenden Jahren hatte die Straße praktisch keine Bedeutung mehr. Die Investitionen gingen erheblich zurück.

    1907-1912
    Vermessung und Vermarkung der Staatsstraße 49 auf den Markungen Gaisbeuren, Enzisreute und Kümmerazhofen.

    1911
    Verlängerung der Straßenbahn auf der Staatsstraße 49 von Weingarten nach Baienfurt.

    1916-1926
    Pflasterung der Staatsstraße 49 zwischen Weingarten und Ravensburg.

    1918-1939
    Die zunehmende Motorisierung zwischen den beiden Weltkriegen hob wieder die Bedeutung der Staatsstraße 49. Bereits in wenigen Jahren stellte sich das einstige hohe Verkehrsaufkommen wieder ein. Waren vormals Fuhrwerke und Kutschen verkehrt, so dominierte jetzt der Kraftwagenverkehr.

    1926
    Aufnahme der Staatsstraße 49 in das Kraftwagenstraßenprogramm in die erste Kategorie. Geplant wird eine leistungsfähige Hauptverkehrsachse von Ulm (Donau) über Biberach (Riß), Ravensburg und Lindau zur österreichischen Grenze. Gleichzeitig soll die Staatsstraße 49 die heutigen Autobahnen A 7 und A 96, welche von Ulm über Memmingen nach Lindau führen, ersetzen.

    1926-1937
    Umbau von Staatsstraßen mit starkem Kraftwagenverkehr. Im Zuge dieses Programms, Verlegung der Staatsstraße 49 von Ravensburg bis Untereschach mit Streckenführung durch die Weißenauer Straße in Ravensburg.

    1929-1934
    Planung einer Umgehungsstraße für Unteressendorf im Zuge der Staatsstraße 49. In diesem Zuge, Gesuch des Pg Alberts Strohmaier (Vater von 22 Kindern), Wirt in Unteressendorf, um Entschädigung anlässlich der Anlegung der Umgehungsstraße mit persönlicher Vorsprache im Privatkabinett des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler in Berlin im Juni 1934.

    1930
    Erste Planungen der Ortsumgehung Bad Waldsee.

    1930-1932
    Umbau der Staatsstraße 49 Ulm-Friedrichshafen zwischen Baienfurt, Baindt, Marsweiler und der Oberamtsgrenze Waldsee.

    1934
    Im Zuge des Straßenneuregelungsgesetzes ging die Staatsstraße 49 im Jahr 1934 in die Baulast des Reiches über und wurde mit der Nummer 30 neu als “Reichsstraße 30” bezeichnet.

    1936-1942
    Erste Planung einer Umgehung der Orte Ravensburg, Weingarten und Baienfurt wurden vorgenommen. Mit der Einstellung aller Arbeiten an den Reichsautobahnen im Kriegsjahr 1942 fanden auch diese Planungen ihr Ende.


 

1946-1948

Unter der Besatzung der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs, Frankreich, Großbritannien, Russland und USA hörte das Deutsche Reich auf zu existieren. Das Land wurde zerschlagen, Teile gingen an andere Länder, das übrig gebliebene Land wurde in vier Besatzungszonen geteilt.


 

1949-1959

    1949
    Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland ging die Reichsstraße 30 von der Baulast des zerschlagenen und geteilten Reiches, in die der Bundesrepublik über und wurde mit “Bundesstraße 30” neu bezeichnet

    1955
    Nach langwierigen Gesprächen zur zukünftigen Finanzierung der Verkehrswege werden Einnahmen aus der Transport- und Mineralölsteuer zweckgebunden für den Straßenbau verwendet.

    1957
    Der Neubau der Bundesstraße 30 zwischen Ulm und Friedrichshafen wird in den Ausbauplan für die Bundesfernstraßen aufgenommen.

    1958
    Die Gemeinde Gaisbeuren benachrichtigt die Straßenbaubehörden über eine bevorstehende Flurbereinigung mit der Bitte um die Festlegung einer Trasse einer Umgehungsstraße für die Orte Enzisreute und Gaisbeuren. Allerdings wird der Antrag mit der Begründung abgelehnt, dass man hier niemals etwas benötigen werde.

    1952-1960
    Zwischen 1952 und 1960 wird die B 30 zwischen Hochdorf und Oberessendorf auf den Kilometern 50,404 - 53,465 umgebaut. Zu selben Zeit erfolgte der Ausbau der Ortsdurchfahrt Biberach/Riß. Ende der 50er Jahre werden konkrete Planungen an der Ortsumgehung Ravensburg aufgenommen.
     



 


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