|
3800 vor Christus Erste Handelsbeziehungen mit Südtirol und Niederösterreich führten über einen schmalen, unscheinbaren, holprigen Weg durch weites Moor- und Sumpfland, dem auch die B 30 in späteren Jahren folgen wird.
Römerzeit Die Römer bauten eine Straße, die von Bregenz über Lindau, Tettnang, Ravensburg, Weingarten, Baienfurt, Bad Waldsee zum Donaukastell Rißtissen führte. Die Straße führte durch Moor- und Sumpfgebiete, insbesondere im Bereich der heutigen Ortschaften Enzisreute und Gaisbeuren und war zwischen 6m und 10m breit. Sie war die einzige befestigte Straße in weitläufiger Moor- und Sumpflandschaft. Nach dem Rückzug der Römer verfiel die Straße und wurde in späteren Jahren durch neue Trassen überbaut. Zeugnisse der Römerstraße sind noch heute vorhanden, wie zum Beispiel der Kirchturm der Sankt Leonhardskirche in Gaisbeuren, der einst ein römischer Wachturm war.
1300 - 1800 Ravensburg entwickelte sich zu einem gewaltigen Handelszentrum. Bereits im 14. Jahrhundert betrieb die Ravensburger Humpisfamilie Handel bis Italien. Im 15. Jahrhundert entwickelte sich die große Ravensburger Handelsgesellschaft zur größten deutschen Handelsgesellschaft. Durch regen Handel mit Italien, Spanien, Frankreich, Holland, Polen und Ungarn gewann die Straße erheblich an Bedeutung. In den folgenden Jahren entwickelt sich die Staatsstraße 49 zur bedeutendsten Hauptachse im heutige südöstlichen Baden-Württemberg. Die Straße war zugleich Staats- und Poststraße, auf der neben der Obrigkeit auch Eilwagen verkehrten. In den folgenden Jahren wurden auch aufgrund der hohen Verkehrsbelastung zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Straße unternommen.
1800 - 1900
1822-1928 Bau von Durchlässen und Dohlen zur Verbesserung der Staatsstraße 49 auf den Markungen Enzisreute, Gaisbeuren, Waldsee und Steinach.
1826-1829 Abbruch eines die Passage der Staatsstraße 49 von Ravensburg nach Biberach den Verkehr störenden Brunnenhäuschen beim Heiligkreuz auf der Markung Ravensburg.
1833 Bereits früh zog die Staatsstraße 49 aufgrund ihrer Bedeutung Unternehmen an, wenn dazu auch Gebäude zweckentfremdet wurden. So liegt aus dem Jahr 1833 ein Gesuch des Posthalters Prielmaier in Friedrichshafen vor. Mit der Bitte um Genehmigung zum Einbau einer Wohnung, Scheuer, Essigfabrik und Brennerei in die von ihm 1818 gekauften Heiligkreuzkapelle an der Staatsstraße 49 in Friedrichshafen.
1834-1842 Korrektion der beiden Steigen der Staatsstraße 49 über den Schnaitberg bei Oberessendorf und des Seestichs bei Bad Waldsee.
1836-1941 Korrektion der Staatsstraße 49 von Ravensburg nach Friedrichshafen auf den Markungen Eschach, Liebenau und Meckenbeuren bis zum Herrschaftswald.
1838-1839 Korrektion, Unterhaltung und Vermarkung der Galgensteige (Staatsstraße 49) in Ulm.
1838-1841 Korrektion der Staatsstraße 49 von Ravensburg nach Friedrichshafen.
1842 Korrektion der Etterstaatsstraße (Staatsstraße 49) in Hochdorf.
1842-1850 Der erste Neubau geht bereits auf 1842-1850 zurück, die erste amtlich dokumentierte Beschwerde ebenfalls: Korrektion der Staatsstraße 49 von Lochbrücke nach Friedrichshafen. Neubau von Lochbrücke bis Sibratshaus. Beschwerde des Alois Haslacher in Friedrichshafen, nun Eigentümer der Heiligkreuzkapelle, gegen deren Abbruch zur Korrektion der Ravensburger-Straße (Staatsstraße 49)
1845-1847 Korrektion der Hohlgasse (Staatsstraße 49) auf der Markung Gögglingen.
1845-1849 Verlegung der Staatsstraße 49 vor dem Gögglinger Tor in Ulm wegen des Festungsbaus.
1846-1851 Korrektion der Staatsstraße 49 durch das Gögglinger Ried auf der Gemarkung Ulm.
1850 Bau der Eisenbahn von Ulm nach Friedrichshafen (Südbahn) um 1850. Die Staatsstraße 49 verlor damit allmählich an Bedeutung. In den folgenden Jahren wurden die Investitionen dennoch fortgeführt.
1851-1854 Korrektion der Staatsstraße 49 in und bei Bad Waldsee.
1867-1869 Verlegung der Staatsstraße 49 in Bad Waldsee infolge der Bahnhofsverlegung.
1874 Dass Bahnübergänge gefährlich sind, wusste man in Oberschwaben schon 1874: Anbringung von Sicherheitsschranken am Bahnübergang der Staatsstraße 49 auf der Markung Rißegg.
1884-1916 Baumsatz an der Staatsstraße 49 auf den Markungen Gaisbeuren, Hochdorf, Oberessendorf, Schweinhausen und Waldsee.
1885-1887 Stichkorrektion an der Staatsstraße 49 Ulm-Friedrichshafen beim Etter Hochdorf.
1886-1888 Errichtung einer Dampfstraßenbahn Ravensburg-Weingarten auf der Staatsstraße 49 durch die Lokalbahn-Aktiengesellschaft München.
1888-1922 Einlegung von Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen in die Staatsstraße 49 auf den Markungen Ravensburg, Baienfurt, Baindt, Eschach und Weingarten.
1891-1892 Verbreiterung der Staatsstraße 49 beim Forstamtsgebäude in Weingarten.
1893-1908 Das hohe Verkehrsaufkommen führte bereits 1893 zur ersten größeren Ausbesserungen an der Staatsstraße 49 auf den Markungen Gaisbeuren, Oberessendorf, Mattenhaus, Schellenberg, Steinach und Waldsee.
1893-1921 Einlegung von Wasser und Abwasserleitungen in die Staatsstraße 49 auf den Markungen Gaisbeuren, Enzisreute, Oberessendorf, Teuses, Schweinhausen und Waldsee.
1894 Ettergrenzverlegungen (Verlegung der Ortsgrenzen) an der Staatsstraße 49 auf den Markungen Gaisbeuren und Hochdorf.
1898-1914 Vermessung und Vermarkung der Staatsstraße 49 auf den Markungen Achstetten, Donaustetten und Laupheim.
1900 - 1945
1901-1911 Verlegung der Staatsstraße 49 durch den Festungswall bei Ulm. Festsetzung der Etter- und Unterhaltungsgrenze an der Zieglerstraße (Staatsstraße 49) in Ulm.
1901-1914 Verbesserung der Galgensteige (Staatsstraße 49) auf der Markung Ulm.
1901-1928 Baumsatz an der Staatsstraße 49 Ulm-Friedrichshafen.
1903 Gesuch der Gemeinden Stetten und Achstetten um Beseitigung der beiden Doppelstiche an der Staatsstraße 49 auf den Markungen Stetten und Oberholzheim.
1903-1934 Das hohe Verkehrsaufkommen führte dazu, dass bereits 1903 größere Ausbesserungen an der Staatsstraße 49 auf den Markungen Ravensburg, Baienfurt, Weingarten, Weingartshof und Eschach notwendig wurden.
1904-1913 Verbesserung der Staatsstraße 49 Ulm-Friedrichshafen auf den Markungen Waldsee, Heurenbach, Reute und Gaisbeuren.
1905-1921 Vermessung und Vermarkung der Staatsstraße 49 auf der Markung Ulm.
1906-1911 Mit dem 2-gleisigen Ausbau der Bahnlinie Ulm-Friedrichshafen ging die Bedeutung der Staatstraße 49 erheblich zurück. In den folgenden Jahren hatte die Straße praktisch keine Bedeutung mehr. Die Investitionen gingen erheblich zurück.
1907-1912 Vermessung und Vermarkung der Staatsstraße 49 auf den Markungen Gaisbeuren, Enzisreute und Kümmerazhofen.
1911 Verlängerung der Straßenbahn auf der Staatsstraße 49 von Weingarten nach Baienfurt.
1916-1926 Pflasterung der Staatsstraße 49 zwischen Weingarten und Ravensburg.
1918-1939 Die zunehmende Motorisierung zwischen den beiden Weltkriegen hob wieder die Bedeutung der Staatsstraße 49. Bereits in wenigen Jahren stellte sich das einstige hohe Verkehrsaufkommen wieder ein. Waren vormals Fuhrwerke und Kutschen verkehrt, so dominierte jetzt der Kraftwagenverkehr.
1926 Aufnahme der Staatsstraße 49 in das Kraftwagenstraßenprogramm in die erste Kategorie. Geplant wird eine leistungsfähige Hauptverkehrsachse von Ulm (Donau) über Biberach (Riß), Ravensburg und Lindau zur österreichischen Grenze. Gleichzeitig soll die Staatsstraße 49 die heutigen Autobahnen A 7 und A 96, welche von Ulm über Memmingen nach Lindau führen, ersetzen.
1926-1937 Umbau von Staatsstraßen mit starkem Kraftwagenverkehr. Im Zuge dieses Programms, Verlegung der Staatsstraße 49 von Ravensburg bis Untereschach mit Streckenführung durch die Weißenauer Straße in Ravensburg.
1929-1934 Planung einer Umgehungsstraße für Unteressendorf im Zuge der Staatsstraße 49. In diesem Zuge, Gesuch des Pg Alberts Strohmaier (Vater von 22 Kindern), Wirt in Unteressendorf, um Entschädigung anlässlich der Anlegung der Umgehungsstraße mit persönlicher Vorsprache im Privatkabinett des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler in Berlin im Juni 1934.
1930 Erste Planungen der Ortsumgehung Bad Waldsee.
1930-1932 Umbau der Staatsstraße 49 Ulm-Friedrichshafen zwischen Baienfurt, Baindt, Marsweiler und der Oberamtsgrenze Waldsee.
1934 Im Zuge des Straßenneuregelungsgesetzes ging die Staatsstraße 49 im Jahr 1934 in die Baulast des Reiches über und wurde mit der Nummer 30 neu als “Reichsstraße 30” bezeichnet.
1936-1942 Erste Planung einer Umgehung der Orte Ravensburg, Weingarten und Baienfurt wurden vorgenommen. Mit der Einstellung aller Arbeiten an den Reichsautobahnen im Kriegsjahr 1942 fanden auch diese Planungen ihr Ende.
1946-1948
Unter der Besatzung der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs, Frankreich, Großbritannien, Russland und USA hörte das Deutsche Reich auf zu existieren. Das Land wurde zerschlagen, Teile gingen an andere Länder, das übrig gebliebene Land wurde in vier Besatzungszonen geteilt.
1949-1959
1949 Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland ging die Reichsstraße 30 von der Baulast des zerschlagenen und geteilten Reiches, in die der Bundesrepublik über und wurde mit “Bundesstraße 30” neu bezeichnet
1955 Nach langwierigen Gesprächen zur zukünftigen Finanzierung der Verkehrswege werden Einnahmen aus der Transport- und Mineralölsteuer zweckgebunden für den Straßenbau verwendet.
1957 Der Neubau der Bundesstraße 30 zwischen Ulm und Friedrichshafen wird in den Ausbauplan für die Bundesfernstraßen aufgenommen.
1958 Die Gemeinde Gaisbeuren benachrichtigt die Straßenbaubehörden über eine bevorstehende Flurbereinigung mit der Bitte um die Festlegung einer Trasse einer Umgehungsstraße für die Orte Enzisreute und Gaisbeuren. Allerdings wird der Antrag mit der Begründung abgelehnt, dass man hier niemals etwas benötigen werde.
1952-1960 Zwischen 1952 und 1960 wird die B 30 zwischen Hochdorf und Oberessendorf auf den Kilometern 50,404 - 53,465 umgebaut. Zu selben Zeit erfolgte der Ausbau der Ortsdurchfahrt Biberach/Riß. Ende der 50er Jahre werden konkrete Planungen an der Ortsumgehung Ravensburg aufgenommen.
|